Rust on (Rostimitationen)

Normalerweise versucht der Maler, den Rost zu verhindern. Mit Schleifgeräten und Rostschutzanstrichen rückt er ihm zu Leibe, um Geländer und Co. wieder im alten Glanz erscheinen zu lassen.

Schon seit einigen Jahren ist ein Trend zur Authentizität auszumachen. Da sind plötzlich wieder (künstlich hergestellte) Sichtbeton­oberflächen in Innenräumen zu finden, Hölzer werden künstlich vergraut, Wände dürfen – mithilfe von Farbe und Kreativität künstlich erschaffen – gerne ein bisschen antik und „abgewohnt" aussehen.

Und in dieses Bild passt eben auch der Rost. Da echte Rostflächen aber viel zu unprak­tisch wären (Abfärbungen, Abrieseln, etc.), greift man auch dabei wieder zur Imitation. Es beginnt alles ganz unspektakulär: Im ersten Arbeitsgang wird die Fläche schlicht deckend schwarz gestrichen.

Eine Mischung aus transparenter Lasur, Volltonfarben und Quarssand bildet Grund­farbton für die „oxidierte Stahlfläche" und wird mit der Lasurbürste auf die schwarz vorbeschichtete Fläche aufgebracht und wild strukturiert.

Gleichmäßigkeit ist hier völlig fehl am Platze. Das Farb-Quarz-Gemisch soll ruhig „Quarz­nester" bilden, auch senkrechte „Läufer" sind durchaus erwünscht und unterstreichen den authentischen Charakter der fertigen Rostfläche.

Nun kommt Farbe ins Spiel. Mit Oxidorange und Oxidocker werden leuchtende Rost­stellen auf die braune Fläche aufgetupft. Besonders echt wirken die Rosthighlights, wenn sie z.B. eine „ablaufende" Struktur erhalten.  Weil der Quarzsand entlang der Roststellen wulstig wirkt, erweckt dies den Eindruck, dass der „Stahl" an dieser Stelle schon vom Rost unterwandert ist und Blasen wirft.